Ablauf

Ablauf der Seebestattung in 6 Schritten

Von der Einäscherung bis zur Seekarte mit den Koordinaten: Was wann geschieht, wer welche Aufgabe übernimmt und was Sie selbst entscheiden.

  1. 1

    Einäscherung

    Die Seebestattung setzt eine Feuerbestattung voraus. Die verstorbene Person wird zunächst im Krematorium eingeäschert; der Bestatter übernimmt Überführung und Formalitäten.

  2. 2

    Nachweis des Willens

    Der Wunsch nach einer Seebestattung muss nachweisbar sein – über eine handschriftliche Willenserklärung, eine Bestattungsverfügung oder das Testament. Ohne diesen Nachweis darf die Beisetzung nicht auf See erfolgen.

  3. 3

    Seegebiet und Reederei wählen

    Sie entscheiden sich für Nord- oder Ostsee, einen Auslaufhafen und eine Reederei – und dafür, ob die Beisetzung anonym (still) oder begleitet mit Angehörigen an Bord stattfinden soll.

  4. 4

    Genehmigung beim BSH

    Die Beisetzung wird beim Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg angemeldet beziehungsweise genehmigt. Das organisiert in der Regel die Reederei oder der Bestatter. Vom BSH stammt auch die Vorgabe der wasserlöslichen Urne.

  5. 5

    Beisetzung an der ausgewiesenen Position

    Das Schiff läuft in ein ausgewiesenes Seegebiet aus, in der Regel außerhalb der Dreimeilenzone. Der Kapitän setzt die Seeurne bei – still ohne Trauergäste oder begleitet mit Trauerrede, Musik und Blumengruß.

  6. 6

    Seekarte mit den Koordinaten

    Die Angehörigen erhalten eine Seekarte mit den Koordinaten der Beisetzungsposition. Viele Reedereien bieten später Gedenkfahrten zu dieser Position an.

Fragen zum Ablauf?

Wir erklären Ihnen die Schritte in Ruhe und vermitteln Sie auf Wunsch an einen Seebestatter oder eine Reederei aus unserem Partnernetz.

Kostenlose Beratung anfordern

Wie lange dauert es bis zur Beisetzung?

Zwischen Einäscherung, Anmeldung und Auslaufen vergehen in der Praxis meist einige Wochen. Der Termin hängt zusätzlich vom Seewetter ab: Bei starkem Wind kann eine Fahrt verschoben werden. Klären Sie vorab, wie die Reederei mit Terminverschiebungen umgeht – besonders wenn Angehörige anreisen.

Was Angehörige an Bord erwartet

Bei einer begleiteten Beisetzung läuft das Schiff vom vereinbarten Hafen aus. An der ausgewiesenen Position wird die Fahrt gestoppt, die Schiffsglocke geläutet und die Seeurne langsam zu Wasser gelassen. Üblich sind eine Trauerrede, Musik und ein Blumengruß. Anschließend umrundet das Schiff die Position häufig einmal, bevor es zurückfährt.

Welche Unterlagen werden benötigt?

  • Sterbeurkunde
  • Bescheinigung über die Einäscherung
  • Nachweis des Willens (Willenserklärung, Bestattungsverfügung oder Testament)
  • Auftrag an Bestatter beziehungsweise Reederei

Eine ausdruckbare Übersicht finden Sie in unserer Checkliste: Seebestattung planen.

Vertiefen Sie das Thema

Weiterführende Artikel

Autor:in: Redaktionsteam Seebestattung-Ratgeber · Fachlich geprüft von Fachlicher Beirat (Bestattermeister:in, Reederei-Praxis) · Zuletzt geprüft:

Sorgfältig recherchiert auf Basis öffentlich zugänglicher Verbraucher- und Bestatter-Ratgeber sowie der Vorgaben für Beisetzungen in Nord- und Ostsee. Preisangaben sind typische Spannen (Stand 2026) und anbieterabhängig. Unsere Inhalte ersetzen keine individuelle Beratung.